Großbritannien bittet OPEC+ um mehr Öl

Die knappe Versorgungslage am globalen Ölmarkt ist längst zur Chefsache geworden. Nicht nur in Europa sucht die Politik händeringend nach Alternativen für russisches Öl und Gas, auch andere Verbraucherländer spüren die Auswirkungen der Energieknappheit. Wenn es nach dem britischen Premier Boris Johnson geht, soll die OPEC+ das Problem lindern. Er schließt sich damit den Forderungen der USA und anderer Verbraucherländer an.

 

So ist Johnson der Ansicht, dass die OPEC und ihre Partnerländer (OPEC+) ihre Fördermengen erhöhen müssen. „Es mag einige Fragen darüber geben, wie viel mehr die Saudis zum aktuellen Zeitpunkt noch herausschlagen können,“ so Johnson am gestrigen Montag. Nichtsdestotrotz „müssen sie mehr Öl fördern – ohne Frage.“ Saudi-Arabien ist nach Fördermenge der größte Ölproduzent der Kern-OPEC und möglicherweise auch der OPEC+. Vor dem Überfall auf die Ukraine hatte Russland diese Position inne gehabt.

 

Auch US-Präsident Joe Biden hatte zuletzt angekündigt, er wolle bei seinem für Mitte Juli geplanten Staatsbesuch in Saudi-Arabien bei den Golfstaaten erneut für eine deutliche Produktionssteigerung werben. Vergangene Forderungen dieser Art hatte die OPEC+ in den letzten Monaten entweder ignoriert oder darauf verwiesen, keine Handhabe gegen die Auswirkungen des Krieges zu haben.

 

Seit geraumer Zeit seigt sich allerdings noch ein ganz anderes Problem, den viele der 23 OPEC+ Mitgliedsstaaten haben noch mit den Nachwirkungen der Coronakrise zu kämpfen und können ihre Ölfördermengen gar nicht erhöhen. Und so bleibt das Produzentenbündnis schon seit Jahresanfang ständig hinter seinen Produktionszielen zurück. Diese sollten theoretisch monatlich steigen, um die 2020 beschlossenen Förderkürzungen sukzessive abzubauen. Doch praktisch hinkt die OPEC+ wohl mindestens 2,5 Millionen Barrel pro Tag hinterher.

 

Die Verbraucherländer hatten ihre Hoffnungen deshalb eigentlich auf die OPEC-Schwergewichte Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gesetzt. Diese schienen zuletzt als einzige noch genügend Kapazitäten zu haben, um ihre Produktionsmengen deutlich nach oben zu schrauben. Doch auch daran sind in den letzten Wochen Zweifel aufgekommen, nachdem der emiratische Energieminister twitterte, man fördere schon mit maximaler Auslastung.

 

Es stellt sich also die Frage, ob die OPEC+ diesmal auf die Bitten der westlichen Verbraucherländer eingeht. Der britische Premier Johnson betonte gegenüber den Abgeordneten des britischen Unterhauses die „starken und produktiven Beziehungen mit Saudi-Arabien“. Ob er damit allerdings mehr erreicht als Biden, der die OPEC und Saudi-Arabien in der Vergangenheit eher vorwurfsvoll zu einer stärkeren Anhebung der Förderung aufgefordert hatte, bleibt abzuwarten.

Preisstatistik: Heizöl wird etwas günstiger

Die durchschnittlichen Heizölpreise setzen im Juli ihren vorsichtigen Abwärtstrend fort und so können Verbraucherinnen und Verbraucher auch heute wieder mit leichten Preisabschlägen rechnen. Grund für den Nachlass dürfte allerdings eher die wetterbedingt schwächere Sommernachfrage sein, denn die Ölpreise an den internationalen Ölbörsen sind zuletzt wieder leicht gestiegen.

 

Im Vergleich zu Freitag kosten 100 Liter Heizöl zum Wochenstart im Bundesdurchschnitt etwa 1,49 Euro weniger. Der Wochenvergleich fällt sogar noch deutlicher aus, denn am Montag vor einer Woche zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher etwa 6,75 Euro mehr als heute – ein Wochenrückgang von knapp ungefähr 4,6 Prozent.

 

Damit setzt sich der Trend der letzten Wochen fort, der nach dem Hochpunkt am 16. Juni mehr oder weniger deutlich wieder nach unten zeigt. Damals musste für 100 Liter Heizöl noch etwa 155,27 Euro gezahlt werden und damit etwa 14,13 Euro mehr als heute. Verantwortlich für diese Abwärtskorrektur dürfte die schwächere Saisonnachfrage sein, denn an den Rohölbörsen bleiben die Preise auf hohem Niveau und haben am Freitag wieder deutlich zugelegt.

 

 

Im Jahresvergleich wird jedoch auch an den Heizölpreisen deutlich, wie hoch die Durchschnittspreise im Vergleich zu den Vorjahren sind. So kosteten 100 Liter Heizöl im Vorcoronajahr 2019 am 4. Juli etwa 65,15 Euro und damit fast 76 Euro weniger. Und auch im Vergleich zum Vorjahr haben sich die durchschnittlichen Heizölpreise mehr als verdoppelt.

 

 

Aufgrund der hohen Unsicherheit am Energiemarkt muss außerdem beachtet werden, dass die Preise innerhalb Deutschlands je nach Region stark schwanken. Die schwierige Versorgungslage, der auch die Mineralölhändler ausgesetzt sind, führt dazu, dass die Preisspanne zwischen den einzelnen Regionen momentan sehr hoch sein kann, je nachdem, wie schwierig sich die Nachversorgung im jeweiligen Gebiet gestaltet.

 

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. bzw. vom Zeitraum 1.Juli  bis 31.Dezember 2020 16% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Die Preisspanne zwischen den Regionen kann daher momentan bei bis zu ca. 9,29 Euro pro 100 Liter liegen. Stand der Preise 04.07.2022. 

ADAC: Tankrabatt nur zum Teil bei Verbrauchern angekommen – Vor allem Dieselfahrer spüren die Steuersenkung kaum – Benzin im ersten Halbjahr um 46 Cent teurer als im Vorjahreszeitraum, Diesel um 61 Cent

München (ots) – Nach einem Monat Tankrabatt fällt die Bilanz aus Sicht der Autofahrer alles in allem ernüchternd aus: Ein Liter Super E10 kostete im Juni im bundesweiten Mittel 1,911 Euro und damit 15,3 Cent weniger als im Mai, als noch die reguläre Energiesteuer zu zahlen war. Das zeigt die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise für den Monat Juni. Rein steuertechnisch liegt der Abschlag seit 1. Juni bei rund 35 Cent.

 

Noch weniger merken die Fahrer von Diesel-Fahrzeugen von der Steuersenkung. Für einen Liter mussten sie im Juni 2,019 Euro bezahlen – gegenüber dem Vormonat ein Minus von nur 1,4 Cent. Seit 1. Juni fällt die Steuerlast auf Diesel-Kraftstoff um rund 17 Cent niedriger aus, davon haben die Verbraucher jedoch kaum etwas gespürt. Sowohl im Mai als auch nach der Energiesteuersenkung im Juni waren die Tankstellenpreise – gemessen am Ölpreis – sehr stark überhöht.

 

Kraftstoffpreise Monatsrückblick Juni 2022
Quelle: ADAC e.V.

 

Teuerster Tag war im letzten Monat für die Fahrer von Benzinern der 12. Juni mit einem Durchschnittspreis von 1,952 für einen Liter Super E10. Am preiswertesten war E10 am 30. Juni mit 1,860 Euro. Diesel war dagegen am Monatsersten am günstigsten mit einem Tagesmittel von 1,928 Euro. Am tiefsten in die Tasche greifen mussten Dieselfahrer am 20. Juni bei einem Preis von 2,055 Euro.

 

Wie dramatisch teuer Tanken geworden ist, zeigt der Vergleich des ersten Halbjahres 2022 mit dem Vorjahreszeitraum. Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 in den ersten sechs Monaten dieses Jahres durchschnittlich 1,904 Euro, im selben Zeitraum 2021 waren es noch 1,442 Euro, also 46,2 Cent weniger. Noch gravierender fällt die Verteuerung bei Diesel aus: Im ersten Halbjahr 2021 lag der durchschnittliche Preis bei 1,304 Euro, im Vergleichszeitraum 2022 mussten Dieselfahrer im Schnitt 1,912 Euro bezahlen – ein Plus von 60,8 Cent.

 

Der ADAC empfiehlt den Autofahrern, sich vor dem Tanken über die aktuellen Spritpreise zu informieren und dann den günstigsten Anbieter anzusteuern. Weiterhin gilt: Wer abends tankt, kann regelmäßig mehrere Euro gegenüber den Morgenstunden sparen.

 

Unkomplizierte und schnelle Hilfe bekommt man mit der Smartphone-App „ADAC Spritpreise“, die die Preise nahezu aller 14.500 Tankstellen in Deutschland zur Verfügung stellt. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

 

Pressekontakt:

ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de

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Rezessionsangst setzte Ölbörsen im Juni unter Druck

Auch wenn die Ölpreise im längerfristigen Vergleich hoch bleiben, hat sich die Stimmung am Ölmarkt im Juni etwas gewandelt und die Börsen kamen unter Druck. Auch gestern gaben die börsengehandelten Rohölpreise ein gutes Stück nach und beendeten den Monat dadurch mit Verlusten. Es ist vor allem die Angst vor einer globalen Rezession, die auch die Rohstoffbörsen belastet.

 

Droht eine globale Rezession?
Denn die Inflation steigt seit Jahresanfang quasi überall auf der Welt unaufhaltsam, weshalb die Notenbanken sich gezwungen sehen, mit Zinserhöhungen dagegen vorzugehen. Dadurch besteht aber die Gefahr, dass die sich gerade erst von der Corona-Krise erholende Konjunktur belastet wird, denn diese hatte in den letzten zwei Jahren vor allem durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken florieren können.

 

Wenn nun die Zinsen wieder deutlich steigen, würde der Wirtschaft Liquidität entzogen und damit die konjunkturelle Erholung abgewürgt – so zumindest die Angst der Marktteilnehmer. Die Folge währe nicht nur eine Stagnation des Wirtschaftswachstums sondern im schlimmsten Falle ein Abschwung. Eine solche Rezession dürfte für die Ölnachfrage zum Absturz bringen, ähnlich dem Corona-Einbruch von 2020.

 

Nachfrage bisher robust – Angebot somit knapp
Noch ist es aber nicht so weit, auch wenn die konjunkturelle Lage aktuell von vielen Unsicherheiten geprägt ist. Ob es tatsächlich zu einer Rezession kommen wird, lässt sich kaum voraussagen, und auch wenn die Angst davor die Ölpreise zuletzt unter Druck gebracht hatte, bleibt die grundsätzliche Lage am Ölmarkt eher angespannt. Denn nach wie vor fehlt es an allen Ecken und Enden an Ware.

 

Seit Russlands Angriff auf die Ukraine und die daraus resultierenden Sanktionen gegen Moskau sind die russischen Exporte sowohl an Öl als auch an Gas stark gesunken. Gleichzeitig scheint auch die OPEC+ nicht wirklich in der Lage, ihre Fördermengen signifikant zu steigern. Seit Monaten schon verfehlt das mächtige Förderbündis aus 23 Staaten seine selbst gesteckten Produktionsziele. Insgesamt bleibt der Ölmarkt also aktuell unterversorgt – zumindest so lange die Nachfrage robust bleibt.

ADAC: Kraftstoffpreise geben leicht nach – Preisniveau weiter stark überhöht

München (ots) – Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind im Vergleich zur vergangenen Woche gesunken. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise zeigt, kostet ein Liter Super E10 derzeit im bundesweiten Mittel 1,864 Euro, das sind 2,9 Cent weniger als vor Wochenfrist. Der Preis für Diesel ist um 2,3 Cent niedriger und liegt aktuell bei 2,027 Euro.

 

Laut ADAC weist der aktuelle Preisrückgang in die richtige Richtung, ist aber bei weitem nicht ausreichend. Das Niveau der Kraftstoffpreise ist nach wie vor deutlich zu hoch. Das Potenzial für weitere Preissenkungen ist in Relation zum Rohöl enorm.

 

Kraftstoffpreise im Wochenvergleich
Quelle: ADAC e.V.

 

Die Autofahrer sollten laut ADAC mehr denn je vor dem Tanken auf die aktuellen Preise achten. Die Preisdifferenzen zwischen verschiedenen Anbietern können bis zu sieben Cent betragen. Wer außerdem abends tankt, kann laut ADAC bis zu 16 Cent je Liter gegenüber den Morgenstunden sparen.

 

Unkomplizierte und schnelle Hilfe bekommt man mit der Smartphone-App „ADAC Spritpreise“, die die Preise nahezu aller 14.500 Tankstellen in Deutschland zur Verfügung stellt. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

 

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Ölmarkt bleibt unterversorgt – OPEC stößt an ihre Fördergrenzen

An den Rohölbörsen sind die Kurse gestern erneut gestiegen, da der globale Ölmarkt unterversorgt bleibt und damit die Preise in die Höhe getrieben werden. Bis zuletzt hatte man gehofft, dass die OPEC+ Länder ihre Produktion doch noch signifikant erhöhen könnten, um das weggebrochene russische Öl zu ersetzen. Doch diese Hoffnung scheint nun enttäuscht zu werden.

 

OPEC-Schwergewichte haben wenig Spielraum für Angebotserhöhung
Bislang war man am Markt davon ausgegangen, dass zumindest die OPEC-Schwergewichte Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) noch über umfangreichere Reservekapazitäten verfügen und damit ihre Ölförderung ohne große Probleme anheben können. Doch der Energieminister der VAE, Suhail al-Masruei, machte klar, dass die beiden Länder längst nicht mehr soviel Spielraum für Produktionssteigerungen haben wie angenommen.

 

Al-Masruei twitterte am Montag: „In Anbetracht der jüngsten Medienberichte möchte ich klarstellen, dass die VAE auf der Grundlage ihrer derzeitigen OPEC+-Produktionsbasis (3,168 Mio. Barrel pro Tag) […] nahezu unsere maximale Produktionskapazität erreichen.“ Damit ist aus dem Golfstaat wohl erst mal keine stärkere Produktionssteigerung zu erwarten.

 

Und auch Saudi-Arabien, der mit Abstand größte Produzent der OPEC, scheint nicht in der Lage, den Ölhahn noch weiter aufzudrehen, zumindest, wenn man dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron glauben schenkt. Dieser berief sich am Rande des G7 Gipfels in Elmau auf Aussagen des emiratischen Präsidenten Muhammad bin Zayid, wonach Saudi-Arabien seine Fördermengen noch maximal um 150.000 B/T anheben könne. Bisher war man von einer Reservekapazität von etwa 2 Mio. Barrel ausgegangen.

 

OPEC+ hinkt Förderzielen schon seit Monaten hinterher
Die OPEC und ihre Partnerländer (OPEC+) treffen sich am morgigen Donnerstag zu ihrer monatlichen Vollversammlung und werden dort über ihre weitere Förderpolitik beraten. Sollten die Angaben zu den Reservekapazitäten Saudi-Arabiens und der VAE jedoch stimmen, hat die Gruppe aus 23 Produzentenländern allerdings ohnehin kaum Spielraum.

 

Russland, der wichtigste Partner innerhalb des Bündnisses, kann aufgrund der strengen Sanktionen des Westens seine veranschlagten Fördermengen schon länger nicht mehr erreichen. Doch auch die anderen Mitgliedsländer tun sich größtenteils schwer, die Ölproduktion nach dem massiven Einbruch durch die Corona-Pandemie signifikant nach oben zu schrauben.

 

In den letzten Monaten ist es der Förderallianz kein einziges Mal gelungen, die ausgerufenen Förderziele zu erreichen. Die für Juli und August beschlossene stärkere Anhebung der Förderquoten dürfte damit verpuffen. Denn wenn auch Saudi-Arabien und die VAE, von denen man dachte, sie seien in der Lage, die Defizite der anderen Länder aufzufangen, nicht mehr fördern können als aktuell, wird die OPEC+ auch weiterhin hinterher hinken. Die Angebotslage auf dem globalen Ölmarkt bleibt somit knapp.

 

G7 Gipfel: Neue Sanktionen und mögliche Ölpreisobergrenze

Heute geht der G7 Gipfel in Schloss Elmau zu Ende. Die sieben reichsten Industrienationen, die bei ihrem Treffen vor allem über den Ukraine-Krieg berieten, haben sich auf weitere, gezielte Sanktionen gegen Russland verständigt. Auch über eine Preisdeckelung für russische Öllieferungen wurde diskutiert. Eine solche Maßnahme könnte Putins Kriegskasse empfindlich treffen, dürfte sich in der Umsetzung aber als schwierig erweisen.

 

Eingebracht hatte den Vorschlag einer Ölpreisobergrenze unter anderem Amerika. Sie soll verhindern, dass Putins Regime von den hohen Ölpreisen am Weltmarkt profitiert, denn durch sie bleibt Russlands Gewinn aus Ölverkäufen weiterhin hoch obwohl die russischen Exporte aufgrund der vielen Sanktionen bedeutend gesunken sind. Wie genau eine solche Ölpreisgrenze aussehen und vor allem umgesetzt werden soll, ist allerdings unklar.

 

Eine Möglichkeit wäre es, die im letzten Sanktionspaket beschlossenen Versicherungsverbote an die Preisdeckelung zu koppeln. Die EU hatte erst vor Kurzem ein Verbot für europäische Schiffsversicherer ausgesprochen, die damit keine russischen Öltanker und deren Ladung mehr versichern dürfen. Im Zuge der Preisdeckelung könnten solche Versicherungen wieder erlaubt werden, sollte die Ware unter einem bestimmen Preis verkauft worden sein.

 

Ein großer Knackpunkt dürfte allerdings sein, Abnehmerländer wie China, Indien oder Indonesien mit ins Boot zu holen. Sie hatten sich bisher nicht an Sanktionen gegen Russland beteiligt und seit Kriegsausbruch große Mengen russischen Öls gekauft. Um eine Preisdeckelung auf russisches Öl durchzusetzen, müssten sie sich an der Maßnahme beteiligen – und danach sieht es im Moment nicht aus.

 

Bei der gestrigen Debatte im Rahmen des G7 Gipfels waren sich zwar alle Teilnehmenden einig, dass eine Preisdeckelung sinnvoll wäre um sowohl die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen als auch gleichzeitig die weltweit knappe Angebotslage zu lindern, einen konkreten Beschluss gab es diesbezüglich aber noch nicht. Die zuständigen Minister der G7-Staaten sollen nun erst einmal „intensiv“ mit ihren Partnerländern und Unternehmen über eine Umsetzung beraten.

Preisstatistik: Heizöl im Juni erneut teurer

Der bundesweite Durchschnittspreis für Heizöl ist im Juni weiter gestiegen und hat Mitte des Monates eine neue Spitze erreicht. Nur Ende März, kurz nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine, war Heizöl in diesem Jahr teurer gewesen. Auch zum heutigen Start in die neue Woche müssen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Durchschnittspreis über 1, 45 Euro pro 100 Liter gefasst machen.

 

Obwohl der rasante Anstieg an den Rohölbörsen seit Anfang Juni zum Erliegen gekommen ist, setzen die Inlandspreise ihre Aufwärtsbewegung unaufhaltsam fort. Zwar konnten sich der bundesweite Preis für Heizöl seit der Preisspitze vom 16. Juni, als 100 Liter im Durchschnitt 155,27 Euro kosteten, wieder etwas erholen, doch im Vergleich bleibt das Preisniveau hoch.

 

So haben 100 Liter Heizöl im Mai durchschnittlich noch 129,79 Euro pro 100 Liter gekostet, während der Mittelwert für den Monat Juni bisher schon bei 148,34 Euro liegt. Im Vergleich zur Vorwoche kosten 100 Liter heute allerdings wieder 3 Euro weniger, ein Preisrückgang von 2 Prozent, wie auch die kurzfristige Trendbox zeigt.

 

Die Gründe für den Preisanstieg sind vielfältig. So bleibt der Energiemarkt aufgrund des Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland stark unterversorgt, was die Preise für Öl und Ölprodukte grundsätzlich stützt. Hinzu kommt, dass Russland die Erdgaslieferungen nach Europa spürbar drosselt. Viele Industrieunternehmen versuchen deshalb, von Gas auf Öl umzustellen, was die Nachfrage und somit auch die Preise in die Höhe treibt.

Im Jahresvergleich mit den drei Vorjahren zeigt sich, wie viel höher das Preisniveau bei Heizöl inzwischen liegt. So kosteten 100 Liter Heizöl die Verbraucherinnen und Verbraucher im letzten Jahr weniger als die Hälfte. Am 27. Juni 2021 lag der bundesweite Durchschnittspreis bei 71,16 Euro, heute Morgen liegt er in etwa bei 147,36 Euro.

 

 

Aufgrund der hohen Unsicherheit am Energiemarkt muss außerdem beachtet werden, dass die Preise innerhalb Deutschlands je nach Region stark schwanken. Die schwierige Versorgungslage, der auch die Mineralölhändler ausgesetzt sind, führt dazu, dass die Preisspanne zwischen den einzelnen Regionen momentan über 10 Euro betragen kann, je nachdem, wie schwierig sich die Nachversorgung im jeweiligen Gebiet gestaltet.

 

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. bzw. vom Zeitraum 1.Juli  bis 31.Dezember 2020 16% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Die Preisspanne zwischen den Regionen kann daher momentan bei bis zu ca. 11,64 Euro pro 100 Liter liegen. Stand der Preise 27.06.2022. 

Debatte um AKW-Laufzeitverlängerungen – Neue Analyse zeigt: Atomkraftwerke sind keine Garantie für Versorgungssicherheit in der Energiekrise

Hamburg (ots) – Atomkraftwerke fallen deutlich häufiger für die Stromproduktion aus als vergleichbare Kraftwerke. So waren in Frankreich seit dem Jahr 2018 im Schnitt nur 66 Prozent der installierten AKW-Leistung abrufbar. Die Verfügbarkeit der Meiler für die Versorgung lag damit rund ein Drittel unter der von Gas- und Wasserkraftwerken, wie eine Kurzanalyse von Energy Brainpool im Auftrag der Ökoenergiegenossenschaft Green Planet Energy zeigt. „Die jahrzehntealten Atomkraftwerke sind kein Baustein einer sicheren Energieversorgung, sondern Risiko und Hemmschuh für den Ausbau erneuerbarer Technologien – das gilt für Frankreich ebenso wie für Deutschland“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Green Planet Energy – und ergänzt: „Was bringt uns eine Erzeugungstechnologie, auf die wir uns nicht verlassen können, wenn es darauf ankommt?“

 

Hierzulande findet vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs eine Debatte um Laufzeitverlängerungenfür die letzten drei noch laufenden AKWs über das im Atomausstieg festgelegte Abschaltdatum Ende 2022 statt. So hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine „ideologiefreie“ Debatte über längere Atom-Laufzeiten eingefordert. Sein Kabinettskollege Robert Habeck (Grüne) weist dies mit Blick auf den Beitrag der Atomenergie zur Versorgungssicherheit zurück. Die neue Analyse gibt dem Wirtschaftsminister Recht: „Laufzeitverlängerungen für bestehende Reaktoren sind für die Sicherheit der Energieversorgung tatsächlich als weniger effektiv einzuordnen als nachhaltige Investitionen in andere Kraftwerkstechnologien“, so das Fazit von Analyst Michael Claußner von Energy Brainpool.

 

Im untersuchten Beispielland Frankreich verschlechterte sich laut Analyse die Verfügbarkeit der dortigen Reaktoren langfristig im Schnitt um vier Prozentpunkte pro Jahr. Im April und Mai 2022 wurden dort sogar historische Tiefstwerte erreicht: Mehr als die Hälfte der installierten Kraftwerksleistung in Frankreich stand in diesem Zeitraum still. Die Folgen: Die Strompreise im Land schossen auf historische Höchstwerte – und Frankreich dürfte 2022 laut Analyse erstmals seit langer Zeit wieder Nettostromimporteur werden, statt überschüssigen Strom zu exportieren.

 

Die hohen Ausfallzahlen in Frankreich sind laut Energy Brainpool sowohl auf geplante Instandhaltungsmaßnahmen und Inspektionen zurückzuführen als auch auf auch strategische Drosselungen zur Einsparung von Brennstoff. Hinzu kommen Abschaltungen wegen aufgetretener Schäden an den Anlagen, wie etwa Korrosionen. Prognosen des Betreiberkonzerns EDF deuten laut Analyse darauf hin, dass sich die Versorgung mit Atomstrom weiter verschlechtert: Für 2023 erwartet EDF demnach nur noch eine Produktion von 300 bis 330 Terawattstunden, „der niedrigste Wert seit 30 Jahren“, so Energy Brainpool.

 

„Die Probleme der mangelnden Versorgungssicherheit lassen sich auch auf Deutschland übertragen“, sagt Sönke Tangermann. Die drei hierzulande noch verbliebenen Meiler – Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 – sind jeweils mehr als 30 Jahre alt. Ungeklärt ist, wie groß der technische Nachrüstbedarf für eine Laufzeitverlängerung ist – und auch, ob die AKWs dafür längere Zeit vom Netz genommen werden müssten. Bisher zurückgestellte sicherheitsrelevante Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten müssten jedenfalls nachgeholt werden.

 

Zudem fehlen Personal, Ersatzteile und vor allem Uran-Brennstoff, weil die AKW-Betreiber bisher fest mit einem Betriebsende im Dezember 2022 kalkuliert haben. Weil die Neubeschaffung von Uran bis zu zwei Jahre Zeit benötigen würde, ist nicht auszuschließen, dass die Meiler bis dahin nur mit phasenweise gedrosselter Leistung arbeiten könnten. „Wer hierzulande behauptet, die drei letzten deutschen AKWs würden quasi als Rundum-Sorglos-Paket russisches Gas und Öl ersetzen können, betreibt gezielte Augenwischerei“, kritisiert Tangermann.

 

Stattdessen sollte Deutschland „Kurs halten und, wie geplant, konsequent den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung ausbauen“, so der Green-Planet-Energy-Vorstand. Neben neuen Wind- und Solarparks wären unter anderem mehr wasserstofffähige Gaskraftwerke und eine Modernisierung bestehender Wasserkraftwerke hilfreich, ergänzt Michael Claußner von Energy Brainpool: „Diese Technologien bringen für die Sicherung der Energieversorgung einen größeren Nutzen als die diskutierte Laufzeit-Zugabe für alte Atomkraftwerke.“

 

Pressekontakt:

Christoph Rasch
Pressesprecher Green Planet Energy eG
Telefon 040 / 808 110 658
Mobil: 0160 / 96970159
christoph.rasch@green-planet-energy.de
www.green-planet-energy.de

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Benzinpreis schmilzt ab, Diesel erneut teurer – ADAC: Dieselpreis über dem Niveau vor der Steuersenkung

München (ots) – Während der Benzinpreis abschmilzt, ist Diesel erneut teurer geworden. Dies zeigt die wöchentliche ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland. So kostet aktuell im bundesweiten Mittel ein Liter Super E10 1,893 Euro. Gegenüber der Vorwoche ist dies ein Minus von 5,1 Cent. Dieselfahrer müssen hingegen im Vergleich zur Vorwoche mehr für ihre Tankfüllung bezahlen. Der Preis für einen Liter Diesel liegt aktuell im Schnitt bei 2,050 Euro und damit 1,4 Cent mehr als vor einer Woche.

 

Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ist zuletzt auf deutlich unter 110 US-Dollar gesunken. Dagegen ist der Preis für Dieselkraftstoff nicht nur gegenüber der Vorwoche gestiegen, sondern liegt auch wieder über dem Preis vom 31. Mai, dem Tag vor der Energiesteuersenkung. Rein steuertechnisch beträgt der Abschlag auf den Dieselpreis seit dem 1. Juni rund 17 Cent je Liter.

 

Kraftstoffpreise im Wochenvergleich
Quelle: ADAC e.V.

 

Offensichtlich wird aber, dass die Mineralölkonzerne dank überhöhter Spritpreise derzeit sehr gut verdienen – seit Januar haben sich die Margen im Raffinerie-Sektor verfünffacht. Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Dringlichkeit der angekündigten Marktuntersuchung durch das Bundeskartellamt. Dabei muss es darum gehen, die Preisbildungsvorgänge zwischen der Ölquelle und der Tankstelle transparent zu machen.

 

Die Autofahrer sollten laut ADAC mehr denn je vor dem Tanken auf die aktuellen Preise achten. Die Preisdifferenzen zwischen verschiedenen Anbietern können bis zu sieben Cent betragen. Wer außerdem abends tankt, kann laut ADAC bis zu 16 Cent je Liter gegenüber den Morgenstunden sparen.

 

Unkomplizierte und schnelle Hilfe bekommt man mit der Smartphone-App „ADAC Spritpreise“, die die Preise nahezu aller 14.500 Tankstellen in Deutschland zur Verfügung stellt. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

 

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